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Einblick in Heft 2-2015 der Marxistischen Blätter - "Friedensbewegung" I

Vom sozialen Widerstand zum Klassenkampf

Die politische Praxis der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung ist häufig radikaler als ihre theoretische Analyse. In puncto Theorie dominieren seit den Anfängen der Bewegung bürgerlich-idealistische Strömungen, welche die Ausbeutung der Tiere auf eine geistige Ursache wie den «Speziesismus» oder den «Mensch-Tier-Dualismus» zurückführen. Folglich sehen sie den Schlüssel zur Überwindung der Tierausbeutung in der Veränderung des gesellschaftlichen Bewusstseins. Die Befreiung der Tiere soll durch moralische Appelle, Aufklärung über den Veganismus oder das Aufbrechen von Denk- und Sprechmustern erreicht werden.
Diese idealistischen Vorstellungen verkennen nicht nur die Abhängigkeit des Bewusstseins von den jeweiligen historisch-materiellen Bedingungen. Sie ignorieren auch die kapitalistische Produktionsweise als die wesentliche Grundlage des destruktiven Verhältnisses zu Tieren in der gegenwärtigen Gesellschaftsformation. Betrachtet man jedoch die konkrete Praxis der Bewegung, stellt man fest, dass oft instinktiv materialistischer vorgegangen wird als die theoretische Orientierung nahelegt. Eine Vielzahl der Aktionen und Widerstandsformen setzt unmittelbar bei der Produktion an und richtet sich gegen die Art und Weise, wie diese unter kapitalistischen Verhältnissen organisiert ist. Damit handeln die AktivistInnen genuin systemkritisch. Sie wissen es nicht, aber sie tun es

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