Font Size

Cpanel

Beiträge

Die Digitalarchive der Marxistischen Blätter: Reale Geschichte als Lehrmeister

Vor 20 Jahren - am 24. Juli 1992- ist Josef Schleifstein gestorben. Nach Wolfgang Abendroths Tod war er der herausragendste Vertreter jenes Marxismus, der seinen praktischen Bezugspunkt in der realen Arbeiterbewegung suchte und auch in der großen Niederlage 1989/90 an sozialistischen Zielen festhielt. Am 11. Dezember 2011 starb Hans Heinz Holz, der große, international anerkannte Philosoph eines „zweiten sozialistischen Anlaufs“. Beide waren lange Jahre als Mitherausgeber und Autoren sehr eng verbunden mit unserer Zeitschrift, die im November 2013 ihren 50. Geburtstag feiern wird.

Das sind die äußeren, zeitlichen Eckdaten für unser Doppel-Projekt „Digital-Archiv“, dessen Motto inspiriert ist von Jupp Schleifstein, der „die reale historische Entwicklung“ den „gründlichsten Lehrmeister der Menschen“ nannte. Unser Digital-Archiv ist diesen beiden –in mancher Hinsicht grundverschiedenen- großen Lehrern gewidmet, stellvertretend für ihre Generation.

Beitrag zur Erbe-Aneignung der Westlinken

Das begreifende Wissen um die eigene Geschichte, das tätige Lernen aus der eigenen Geschichte ist für KommunistInnen und andere Linke mehr als erinnernde Traditionspflege. „Weiße Flecken“, „vergessene Wurzeln“, „verschüttetes Erbe“ kann sich dabei niemand leisten.Mit unseren beiden Archiv-Projekten „50 Jahre Marxistische Blätter“ und „100 Bücher aus (fast) 50 Jahren“ (zu bestellen in unserem Shop) wollen wir einen Beitrag zur „Erbe-Aneignung“ der Westlinken leisten, als deren kommunistischer Teil wir Eigenes beigetragen haben. Und wir sind sicher: da ist neben einigen Fehleinschätzungen, Irrtümern und Überholtem auch viel Gegenwartstaugliches und Zukunftsfähiges zu finden, auf dem aufgebaut werden kann.

 „100 Bücher aus (fast) 50 Jahren“

Das publizistische Erbe der „Edition Marxistische Blätter“ ist sehr umfangreich. Da wurden Klassikertexte im Original veröffentlicht, Serienweise „Marxistische Lehrbriefe“, über 100 Ausgaben „Zur Kritik der bürgerlichen Ideologie“, dicke Konferenzbeiträge des Instituts für Marxistische Studien und Forschungen (IMSF). Da schrieben bundesdeutsche MarxistInnen auch über Klassenkämpfe in anderen Ländern. Da wurde für bundesdeutsche LeserInnen übersetzt, was marxistische WissenschaftlerInnen und KommunistInnen aus aller Welt zu Aktuellem und Grundsätzlichem zu sagen hatten, - praktizierter publizistischer Internationalismus eben, dem wir uns –trotz drastisch reduzierter Ressourcen- weiterhin verpflichtet fühlen.

Wir mussten uns beschränken und haben 100 Bücher ausgewählt, vorwiegend von kommunistischen BRD-AutorInnen zu -in weitestem Sinne- BRD-Themen, d.h. konkret zur

  • Analyse des bundesdeutschen Imperialismus,
  • seiner Macht- und Eigentumsverhältnisse und seiner Politik sowie
  • zu Problemen der Strategie, Taktik und ideologischen Strömungen der organisierten Arbeiterbewegung und ihrer Bündnispartner.

Das vor allem deshalb, weil es hier die meisten „weißen Flecken“ gibt, nicht nur bei Mitgliedern und Funktionären der Partei Die Linke, sondern auch bei vielen, die in Ost und West nach 1989/90 zur DKP gestoßen sind und viele innerparteiliche Debatten bestenfalls vom Hörensagen kennen.

Für sie und alle, die auch durch Erinnern Anregung, Orientierung und neue Kraft für gegenwärtige und zukünftige Kämpfe gewinnen wollen, ist dieses Projekt gedacht. LoG

„100 Bücher aus (fast) 50 Jahren“*

Erscheint im Frühsommer 2012
PDF incl. OCR und Volltextsuche auf USB-Stick
Subskriptionspreis bis Ende Mai 2012: 56,- Euro
Späterer Preis: 76,- Euro

Aktuelle Seite: Home