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Auf dem Wege zum Psychologischen Materialismus

geschrieben von Wolfgang Jantzen


“The central problem of all psychology is freedom” (L.S. Vygotskij)

In dem 1927 verfassten Manuskript "Die Krise der Psychologie in ihrer historischen Bedeutung" (deutsch 1985b) analysiert Lev Semjёnovič Vygotskij den Stand der psychologischen Diskussion allgemein wie den Stand der Diskussion um eine marxistische Psychologie insbesondere. Unter der Perspektive "von Marx lernen, wie man Wissenschaft macht" (ebd. 254) fordert er den Aufbau einer genuin marxistischen Psychologie, die – so der Autor an zahlreichen Stellen seines Werkes – nur in den Spuren von Spinozas Affekttheorie entstehen könne. Von Marx lernen, wie man Wissenschaft macht, bedeutet die „Zelle“ eines Entwicklungsprozesses zu finden, die widersprüchliche Einheit, die den Prozess über verschiedene Stufen der Selbstähnlichkeit hinweg generiert. Hierunter versteht Vygotskij „ein Analyseergebnis, das – im Unterschied zu den Elementen – über alle grundlegenden Eigenschaften verfügt, die das Ganze kennzeichnen.“ (2002, 47)

Dies ist im Falle der Politischen Ökonomie die Ware als widersprüchliche Einheit von Gebrauchs­wert und Wert, von konkreter und abstrakter Arbeit. Über Äquivalenzform, Geldform und Kapital­form – und hier wiederum über die Genesis des Finanzkapitals sowie, so könnten wir fortsetzen, des heutigen Globalisierungskapitals – entwickelt sich dieser Prozess in Selbstähnlichkeit und schreibt auf jeder neuen Stufe die bisherigen Prozesse um. Dass Marx in dieser Beziehung seiner Zeit wis­senschaftstheoretisch voraus ist, zeigt sich in der Formalisierung von Hegels dialektischer Logik durch Gotthard Günther (1976ff.) sowie in der parallel zu dieser sich entwickelnden Kybernetik zweiter Ordnung durch Heinz von Foerster (1993). Hiermit einhergehend schafft die Aneignung konkreter Arbeit als Basis jeglichen gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses die überindividuelle Totalität des gesellschaftlichen Gesamtarbeiters, die im Kapitalverhältnis die Arbeitskraft als Ware hervorbringt und damit zugleich die Exteriorität der lebendigen Arbeit (vgl. Dussel 1988, Jantzen 2012). Diese Exteriorität, also „ein Bezugspunkt außerhalb des Systems“, ist die entscheidende Kategorie bei Marx und als „Ethik der Exteriorität“ Grundlage jeglichen Denkens von Befreiung (Stosiek 2004, 102ff. ). Damit ist die Entwicklung der Psychologie ebenso an den Prozess der gesellschaftlichen Arbeit gebunden wie die lebendige Arbeit als Naturgrundlage diesen Prozess hervorbringt. Und genauso ist es offensichtlich, dass seitens der politischen Ökonomie keine Grundlegung marxistischer Psychologie erwartet werden kann und darf (vgl. hierzu auch Sève 1973).

Die Psychologie muss daher ihre eigenen „vermittelnden Theorien – Methodologien, allgemeine Wissenschaften“ schaffen, also „das Wesen des gegebenen Gebietes von Erscheinungen ergründen“  (Vygotskij 1985b, 252). Erst in der Entwicklung ihrer Begriffe im Rahmen eines „psychologischen Materialismus“ wird die Psychologie ihr „Kapital“ schreiben können, so in Anspielung auf Marx, also ihre methodologische Grundlage, im Rahmen der sie „ihren Gegenstand zum Ausdruck brin­gen, beschreiben und untersuchen kann“ (ebd.).Vygotskij hat hierfür prominente Zeugen ebenso wie für der Rückgriff auf Spinoza, der zu dieser Zeit in der Sowjetunion im Kontext von Deborins Auf­fassungen als "Marx ohne Bart" gilt (Maidanski 2005, 135), alles andere zufällig ist.

In Lenins philosophischen Heften findet sich das bekannte Tableau (geschrieben 1915), das als  Wissensgebiete, „aus denen sich Erkenntnistheorie und Dialektik aufbauen sollen“, die folgenden benennt: neben der Geschichte der Philosophie sind dies die Geschichte der einzelnen Wissenschaf­ten, der geistigen Entwicklung des Kindes, der geistigen Entwicklung der Tiere, die „Geschichte der Sprache“  sowie in der Nachbemerkung Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane; also „kurz, Geschichte der Erkenntnis überhaupt“, „das ganze Gebiet des Wissens“. (Lenin 1973, 335) Das aber ist jener psychologische Materialismus, den Vygotskij als allgemeine Psychologie, als Philosophie der Psychologie fordert.

Aber auch bei Marx selbst, im Arbeitskapitel des Kapitals, lesen wir „Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist, daß er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut.“ (Marx 1979, 192). Dass die Mittel dieses Bauens im Kopf gesellschaftliche und historische sind, Arbeit, Sprache, Kooperationsverhältnisse im je gegebenen kulturellen Kontext, dies versteht sich.

In dieser Hinsicht ist der Rückgriff auf Spinoza von höchster Bedeutung, insofern Denken und Aus­dehnung bei ihm als Attribute der Materie (in Bewegung) betrachtet werden, die Entwicklung des Denkens wie der Ausdehnung im Kontext der unendlichen Wechselwirkungen der Natur zu analy­sieren ist (vgl. auch Deborin 1928).[1]

Greifen wir unmittelbar auf Vygotskijs Werk zurück, dessen Arbeiten für eine materialistische Dia­lektik im Sinne von Lenins Tableau von kaum zu überschätzender Bedeutung sind, so ist es von großem Nutzen, der Spur seiner vor allem methodologischen Werke nachzugehen (insbesondere Vy­gotskij 1985a, b, 1993, 1996, 1997 – sehr große Teile des Familienarchivs sind bis heute unveröf­fentlicht).

Es zeigt sich, dass Vygotskij von Anfang an eine komplexe raumzeitliche Auffassung der psychi­schen Prozesse verfolgt, wie sie später im Werk von A.N. Leont'ev weiter ausgebaut und konkreti­siert wird (vgl. Jantzen 2003). Im Unterschied zu den meisten psychologischen Systemen, die ihre Begriffe auf einer zeitlichen Ebene behandeln, wo also die Dimension der Zeit keine Rolle spielt, verlangt dieses Vorgehen andere Begriffe für die Dimensionen der Vergangenheit/Gegenwart, der fließenden Gegenwart und der möglichen Zukunft wie z.B. die dem entsprechende Differenz von Bedürfnis, Emotion und Motiv. Soweit ich sehe, wird in ähnlicher Weise raumzeitlich lediglich in Freuds Entwurf einer wissenschaftlichen Psychologie (Freud 1950), in der Neurophänomenologie durch Varela (1999) aber auch durch Gallese (vgl. Gallese und Metzinger 2003) bzw. in der Entwicklungs(neuro)psychologie der Arbeitsgruppe um Colwyn Trevarthen (Trevarthen 1999) vorgegangen. Eine vergleichbare Herangehensweise findet auch in den sprachwissenschaftlichen bzw. kulturwissenschaftlichen Theorien von Juri Lotman oder Michail Bachtin (vgl Jantzen 2013a; Holquist 2000) bzw. neuerdings in der Neurosoziologie von Dirk Baecker (2014). Die allgemeine Figur dieses Denkens lässt sich jedoch bereits in Spinozas Ethik finden. Ich habe versucht, sie in der folgenden Abbildung zusammenzufassen.

 

Abb. 1: Der beseelte Körper in der Welt (Spinoza)

 

 

Legende:

Rechteck: Körper, Kreis: Seele/Geist; W: Wahrnehmung; B: Bewegung; Conatus:Streben, im Sein zu verbleiben (Ethik III, LS 6-8); Appetitus: Trieb (= Streben auf Körper u. Seele bezogen) (Ethik III, LS 9, Anm.);, Cupiditas: Begierde (= Trieb mit Bewusstsein des Triebes) (Ethik III, LS 9, Anm.); Voluntas: Wille (= Streben auf die Seele alleine bezogen) (Ethik III, LS 9, Anm.); Idea: Idee (= Begriff der Seele, den sie bildet, weil sie ein denkendes Ding ist) (Ethik II, Def.); Passio:Leidenschaft (Affekt, welcher die Wirkungskraft des Körpers vermindert    oder hemmt); Actio:Handlung (Af­fekt, welcher die Wirkungskraft des Körpers vermehrt) (Ethik II, Def.); Tristitia: Trauer; Letitia: Freude

 

Die Abbildung zeigt den Bewegungsprozess des „beseelten Körpers in der Welt“ (Il'enkov 1994), der in Form von Trieb und Begierde strebt, in seinem Sein zu verbleiben.[2] Der Trieb realisiert sich im psychosomatischen Bereich der Vergangenheit/Gegenwart. Tauchen hier nicht zu überwdindende Widerstände auf (Gegenwart), so leidet er (passio), überwindet er die Widerstände durch Handlun­gen im Eintreten in die Zukunft durch die Verkettung von Begierde, Wille, Idee und Handlung, so empfindet er Freude (letitia).

Zurück zu Vygotskij, der in besonderer Weise auf die in Spinozas Philosophie angelegte Dynamik der affektiv-kognitiven Entwicklung als methodologische Richtschnur zurückgreift, ein Rückgriff, der jedoch die Entwicklung der Psychologie selbst in keiner Weise ersetzen kann. Es ist sinnlos, von der Höhe Hegels Bechterev oder Pavlov zu kritisieren. „Benötigt wird eine Methodologie, das heißt ein System vermittelnder, konkreter, dem Maßstab der jeweiligen Wissenschaft angemessener Begriffe.“ (Vygotskij 1985, 250). „Die einzig berechtigte Anwendung des Marxismus auf die Psy­chologie besteht darin, eine allgemeine Psychologie zu schaffen“, also eine „Theorie des psychologischen Materialismus oder die Dialektik der Psychologie.“ (ebd. 250 f.) Vergleichbar hier­zu ist z.B. auch ein biologischer Materialismus erforderlich.[3]

Hierbei hat Vygotskij durchgängig jenen Systemaspekt vor Augen, den ich exemplarisch mit der vorweg gegangenen Abbildung skizziert habe. Auf den Physiologen und Philosophen Uchtomskij zurückgreifend, der für die russische Diskussion eine vergleichbare Rolle spielt wie Pavlov, über­nimmt Bachtin dessen Begriff des Chronotops, Vygotskij jenen der Dominante. Der von Uchtomskij im Anschluss an Einstein formulierte Begriff eines Chronotops (also eines Systems der Raumzeit, das in andere Systeme der Raumzeit eingeschlossen ist bzw. diese einschließt bzw. mit ihnen in Wechselwirkung steht) gewinnt in Form des Begriffs der Dominante in Uchtomskijs Physiologie eine zentrale Rolle für das Begreifen der Funktionen des Nervensystems. Dominanten sind raum­zeitliche, biorhythmische (also auf der Basis von Schrittmachern, von Oszillatoren organisierte) pyschophysiologische bzw. psychosomatische Systeme.[4]

Dominanten bestimmen den Übergang von Vergangenheit/Gegenwart in die fließende Gegenwart und vermögen dort, über Affekte gesteuert, mögliche künftige Handlungen und Motive zu generieren, die konkrete Erfahrungen bewirken. Diese können dann auf ebenfalls psychophysiologischer Ebene mit Pavlovs Theorie der Herausbildung bedingter Reflexe verstanden werden.[5] So Vygotskij ( 1987a) in der für das Spätwerk grundlegenden Arbeit, dem Vortrag über das „Säuglingsalter“ vom November 1932. Allerdings findet sich der Begriff der Dominante von Anfang an und immer wieder in Vygotskijs Reflexionen (z.B. Vygotskij 2004, vgl. Jantzen 2008, 211ff.).

Wesentlich für die Rekonstruktion von Vygotskijs Methodologie des Psychologischen Materialis­mus ist sein Verwerfen des cartesianischen Gegensatzes von niederen, körperlichen, und höheren, geistigen Prozessen, deren (Substanzen-)Dualismus er in dem posthum erschienenen Manuskript „Die Lehre von den Emotionen“ (Vygotskij 1996) vom Standpunkt Spinozas aus massiv kritisiert und durch die Dialektik von rudimentärer und ideeller Form ersetzt. Die historisch kulturellen Formen der Entwicklung der Menschheit vermitteln sich über emotionalen Austausch, Kommunikation, sozialen Verkehr, Arbeit und Sprache von Anfang an mit dem Entwicklungsweg des Kindes, das daher von Anfang an als sozial gedacht werden muss, dessen elementare Dominanten (zum Zeitpunkt der Geburt als Instinkte gedacht) auf sozialen Austausch, auf Dialog zielen. Die ideellen Formen vermitteln sich durch interpsychische Prozesse in intrapsychische Prozesse des Kindes durch dessen eigene Tätigkeit, je entsprechend seinem Entwicklungsniveau, seinem Niveau der Verallgemeinerung, seiner affektiv-kognitiven Situation, seinem Erleben (vgl. Vygotskij 1994).

In diesem Kontext wird der Ort der Vermittlung als soziale Entwicklungssituation und der Transfor­mationsmechanismus der Entwicklung als „Zone der nächsten Entwicklung“ bestimmt. Beides ge­schieht unter Aufgreifen von Kurt Lewins Feldtheorie (Vygotskij 1987b; Butsch 2012), in deren Zentrum die Formel „Verhalten ist eine Funktion von Persönlichkeit und Umwelt“ [V = f (P; U)] steht. Ähnlich zu Varelas Diktum, dass der Geist nicht im Kopf ist [Er ist nicht draußen und er ist nicht drinnen. Er ist ein Zyklus von Operationen; zit. nach Rudrauf et al 2003, 33 ff ] denkt Vygots­kij im Spätwerk das Problem der „Zelle“, der fundamentalen Einheit der psychischen Prozesse, ei­nerseits intersubjektiv, interpsychisch und andererseits intrasubjektiv, intrapsychisch.

Um das Problem der Übergänge zwischen inter und intra angemessen diskutieren zu können,greife ich anhand von Abb. 2 zunächst auf die Systembetrachtungsweise von Maturana und Varela zurück. Lebewesen sind generell durch eine spezifische Peripherie (Außenhaut/Membran ) von ihrer Umgebung getrennt und zugleich an diese strukturell gekoppelt (auf Grund ihrer artpsezifischen Möglichkeiten und individuellen Lebenserfahrungen). Die Fluktuationen der äußeren Welt wirken über diese Peripherie und werden als Perturbationen psychosomatisch wahrgenommen.

Abb. 2:  Dialog und Intersubjektivität     

 Abbildung 2

 

Entsprechend den Überlegungen von Heinz von Foerster errechnet der Organismus aus diesen Perturbationen seine Situation in der Umwelt. In seiner Amsterdamer Spinozavorlesung über “Society of brains“ gibt Walter Freeman (1995) folgendes Beispiel für diesen Übergang. Ein Kaninchen zeigt bei einer vorgehaltenen Karotte bestimmte bio-elektrische Frequenzmuster der entsprechenden Hirngebiete, die nach kurzer Zeit in den allgemeinen Mustern der bio-elektrischen Aktivität des Gehirns auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Die Einheitssprache des Gehirns, das sind bio-elektrische Frequenzmuster (Pribram 1971). Auf ihrer Basis errechnet das Gehirn zu jedem Augenblick nicht nur ein Modell der Wirklichkeit, das es mit vergangenen Erfahrungen vergleicht, sondern programmiert zugleich mögliche künftige Handlungen. Die Hirnprozesse sind daher durch einen ständigen Bewertungs- und Erwartungszustand gekennzeichnet, durch Modelle des möglichen Künftigen, durch ihre prinzipiell teleologische Ausrichtung auf einen „nützlichen Endeffekt“ (Anochin 1978).

Was aber unterscheidet dialogische Prozesse von anderen Prozesse der Auseinandersetzung mit der Welt? Es sind Resonanz und Reziprozität. Alle Lebewesen, dies gilt bereits bei Einzellern mit und ohne Zellkern, reagieren durch reziproke zeitliche Koppelung und Resonanzbildung als Grundlage sozialer und kommunikativer Prozesse in strikt verschiedener Weise zur unbelebten Natur. Entsprechende Annahmen der theoretischen Biologie ebenso wie der Neurowissenschaften gehen zunehmend davon aus, das alle Lebensprozesse auf internen Zeitgeberstrukturen aufbauen (im Bereich der basalen Hirnprozesse z.B. im Zusammenwirken von Neuigkeitsdetektoren und inneren Oszillatoren, welche Aktivität generieren. Ihr Zusammenspiel realisiert eine ständige Regulierung zwischen Neuigkeit und Vertrautheit, zwischen körperlichem Zustand und zu bewältigender Situation. Ähnliches vermutete Wallon bereits 1925, der als frühestes Entwicklungsstadium die emotionale Kommunikation zwischen Mutter und Kind benennt (Wallon 1984). Emotionen betrachtet er in ihrem Kern als biorhyhtmische Schwingungen, besser wohl Melodien des Tonus. Es sind emotionale Resonanzmuster, die in den ersten drei Monaten nach der Geburt die Grundlagen für spätere sichere Bindung schaffen (Schore 2001). Dies bedeutet aber nicht anderes, als dass Emotionen selbst von Anfang an resonanzfähige Strukturen bilden, welche dem Individuum zu jedem Augenblick eine Beurteilung ermöglichen, was gut für es ist. Sie vermitteln also in der fließenden Gegenwart zwischen Vergangenheit/Gegenwart der psychosomatischen Prozesse und der möglichen Beeinflussung der Zukunft durch Handlungen, so wie es bereits die Philosophie von Spinoza gefordert hatte. Sie bilden die je gegebene multioszillatorische Systemzeit des Individuums zwischen den zeitlichen Prozessen des eigenen Körpers und jenen der Außenwelt und sind von Anfang an ebenso individuell wie sozial.[6] Sie sind das A und O jeglicher Entwicklung, die ältesten und zugleich modernsten Mechanismen des menschlichen Gehirns, so Vygotskij: Sie öffnen und schließen das Gehirn (Vygotskij 2001) und sie sind die zentrale Grundlage jeglichen sozialen Verkehrs. Die basale rudimentäre Form des Bewusstseins zum Zeitpunkt der Geburt hatte Vygotskij als (hier noch instinktförmige) Dominante benannt deren Kern Affekte, also Emotionen sind. Was aber sind in dieser Betrachtungsweise die Emotionen selbst?

Die moderne (Entwicklungs-) Neuropsychologie liefert hierzu in doppelter Hinsicht Aufklärung. Einerseits realisieren sich die Emotionen in raumzeitlichen Systemen, die weitgehend Uchtomskijs Idee der Dominante entsprechen, andererseits liegen ihnen grundsätzlich zeitliche Schrittmacherstrukturen zugrunde.

Folgen wir zum ersten Aspekt den Forschungen von Trevarthen, so entstehen die neuronalen Grundlagen der Sozialität des Menschen außerordentlich früh. Elementare Einheit der Entwicklung, in Uchtomskijs Terminologie ausgedrückt die Dominante aller Dominanten, „the heart of the developing mind” (Trevarthen et al. 1998, 67), ist ein Intrinsisches Motivsystem. Dieses IMF (Intrinsic Motive Formation) entsteht in der Embryogenese zwischen der 5. und 8. Woche mit der Entwicklung des retikulären Systems (Trevarthen und Aitken 1994). Das IMF zielt nachgeburtlich auf einen „friendly companion“, einen freundlichen Begleiter im Sinne der Bindungstheorien. Es verknüpft sich mit dem emotional-motorischen System (EMS) der Gesichtsmuskulatur, über welche das Neugeborene seine Gefühle am unmittelbarsten ausdrückt. Und innerhalb der durch das IMF hervorgebrachten psychischen Prozesse sind virtuelles Selbst und virtueller Anderer die zentralen Dimensionen des Bezugs. In Übereinstimmung mit unseren Überlegungen führt Trevarthen (1999)  einen weiteren Term ein, der grundlegend für die frühe Intersubjektivität ist. Er bezeichnet die rhythmisch Zeit generierende Struktur, die auf Seite des Kindes mit Notwendigkeit anzunehmen ist, als Intrinsic Motive Pulse (IMP). „The baby’s mind is not a receiver of time, it is a generator of time.” (Trevarthen 2005, 92).

Als weitere Emotionen generierende Systeme kommen die von Jaak Panksepp (1998) unterschiedenen sieben Systeme basaler Emotionen ins Spiel, die untereinander in Wechselwirkung stehen. Diese als „emotionale Endophänotypen“ bezeichneten Systeme, die allen Säugetieren gemeinsam sind, sind die folgenden:

1. Generelle Motivation, Neugier, [SEEKING/desire] Explorationsverhalten; 2.Wut, [RAGE/anger] Aggression, Kampf ; 3.Angst [FEAR/anxiety]; 4. Panik durch Isolation [GRIEF/separation distress] „freezing“, emotionale Vertäubung; 5.Lust/Sexualität [LUST/sexuality]; 6. Fürsorge/Pflege [CARE/maternal nurturance]; 7. Spiel / Freude [PLAY/rough-and-tumble, physical socialengagement].

Auch sie können wir als Dominanten betrachten, die entsprechend Vygotskijs Überlegungen allgemeinen Prinzipen der Entwicklung des ZNS unterliegen: dem gestaffelten Fortbestehen der niederen Zentren als nachgeordnete Instanzen, der Funktionswanderung nach oben, in welcher die niederen Zentren wesentliche Teile ihrer Funktion abgeben, und der Emanzipation niederer Zentren bei Schädigung der höheren.

Dies bedeutet jedoch, dass aus Dominanten neue Dominanten entstehen und aus diesen wieder neue (Vygotkij 1987a). Gleichzeitig ist diese vertikale Entwicklung an horizontale Strukturbildung gekoppelt. Innerhalb der verschiedenen Funktionen des Gehirns verändern sich deren wechselseitige Relationen auf jedem Entwicklungsniveau (Vygotkij 1985c, 1987c). Für alle Formen der Entwicklung gilt das erste Gesetz psychischer Entwicklung, dass intersubjektive raumzeitliche Prozesse, also Dialog, Kommunikation und sozialer Verkehr nach innen wandern, dass sie zu intrasubjektiven raumzeitlichen Prozessen werden. Dies geschieht auf der Basis einer inneren und einer äußeren Entwicklungsdynamik, die untrennbar miteinander verbunden sind.

Andererseits liegen ihnen grundsätzlich zeitliche Schrittmacher zugrunde, wie von Trevarthen am IMF aufgedeckt, in Uchtomskijs Theorie der Dominante integriert, aber auch von dem russischen Physiologen Anochin auf Zellniveau, auf Organniveau und auf Organismusniveau als vorausgesetzt angenommen (Anochin 1978, 170). Nur über solche oszillierenden Systeme kann durch Kohärenz- oder Interferenzbildung eine Phasenkoppelung oder -entkoppelung der unterschiedlichen emotionalen Systeme erfolgen (in der Sprache von Uchtomskij: Dominanten, in der von Anochin: funktionelle Systeme; vgl. Jantzen 2011). Eine entsprechende Auffassung von Emotionen als sich strikt in der fließenden Gegenwart realisierende multioszillatorische Prozesse, die zu jedem Augenblick zwischen der Situation des eigenen Körpers und der ebenso wahrgenommenen und antizipierten Situation der Welt vermitteln, vermag die Frage zu klären, was denn das Emotionale selbst in diesen sehr unterschiedlichen Systemen ist.

Dass Emotionen eine Funktion von einerseits körperlichen Bedürfnissen und andererseits Informationsdifferenzen über die gegeben Situation des Subjekt sind, ist der Kern von Simonovs Emotionstheorie, ohne allerdings die zeitliche Dimension psychischer Prozesse Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft) zu reflektieren (Simonov 1986). Wenn wir in der Betrachtungsweise von Heinz Foerster nicht nur von Eigenwerten und Eigenverhalten sprechen, die in Selbstähnlichkeit sich auf verschiedenen Ebenen der Entwicklung kognitiver Prozesse wiederholen – dies entspräche den Anforderung von Vygotskij an eine „Zelle“, eine elementare Einheit des Psychischen – so könnten wir hier von Eigensystemen in Form von Dominanten sprechen, deren Systemzeit die Emotionen sind. Und da der Geist nicht im Kopf ist, nicht draußen und nicht drinnen, gilt dies auch für die Emotionen. Sie sind draußen und drinnen und zugleich nicht draußen und drinnen: sie existieren als Zyklus von Operationen. Wir sind in den Emotionen weil sei in uns sind und sie sind in uns weil wir in ihnen sind – in Form von sozialer Resonanz und Reziprozität. Auf diesem Hintergrund lesen sich die von Vygotskij bestimmten elementaren Einheiten psychischer Prozesse in der Tat als eine Prolegomena zum „Kapital“ der Psychologie und ebenso – so in seiner Entwicklungspsychologie und der von Leont'ev, Lurija und Bernstein weiterbetriebenen Naturhistorie psychischer Prozesse – wie eine Prolegomena der „Evolution der Arten“ der Psychologie (vgl. Jantzen 2013b).

Solche „Zellen“ in der Theorie von Vygotskij sind: die neurodynamische Einheit der Dominante, die ihr entsprechende psychodynamische Einheit des Erlebens, die beide aus einer analytischen  Perspektive als emotional-kognitive Einheiten aufscheinen und vermittelt mit den kulturhistorischen Formen des Lebens in der Welt über die Wortbedeutungen existieren. Die Wortbedeutung ist basale Einheit, die „Zelle“ von Denken und Sprechen (Vygotskij 2002, 50), aber die Wortbedeutung ist dreierlei, sie ist Einheit von Denken und Sprechen, von Verallgemeinerung und sozialem Verkehr und schließlich Einheit von Denken und Kommunikation (ebd. 52). Die Wortbedeutung ist also nicht draußen und nicht drinnen. Sie ist im Individuum, weil es in der Sprache ist und es ist in der Sprache, weil sie im Individuum ist. Und ein paar Seiten weiter, kaum jemals zitiert, spricht Vygotskij von einer einem dynamischen Sinnsystem, „das die Einheit der emotionalen und kognitiven Prozesse darstellt.“ (ebd. 55)

Hinzuzufügen ist m.E. im Kontext der je gegebenen „sozialen Entwicklungssituation“ die „Zone der nächsten Entwicklung“. Sie muss als elementare Einheit pädagogischer Prozesse verstanden werden (vgl. Jantzen 2008).

Entsprechend der Dialektik von rudimentärer und ideeller Form erscheint sie in „Denken und Sprechen“ als das „Gesetz der entgegengesetzten Entwicklungsrichtungen analoger Systeme in höheren und niederen Sphären, das Gesetz der wechselseitigen Verbundenheit der niederen und der höheren Systeme in der Entwicklung“ (1934/2002, 352), also als Entwicklungsdifferential zwischen emotionaler Öffnung des Gehirns und Aneignen gesellschaftlicher Bedeutungsstrukturen.

Bliebe also nur noch (!), das „Kapital“ der Psychologie ebenso wie ihre „Entstehung der Arten“ als „Psychologie der Freiheit“ zu schreiben (Vygotskij „Die leuchtenden Blitze von Spinozas Denken“; in Zavershneva 2010, 92f.).

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Zavershneva, E. Iu. & Osipov, M.E.: Primary changes to the version of “The historical meaning of the crisis in psychology” Published in the Collected Works of L.S. Vygotsky. In: Journal of Russian and East European Psychology, 50 (2012) 4, 64–84



[1]Zur aktuellen philosophischen Rekonstruktion von Spinoza, jedoch ebenso wie bei Deborin ohne die Affekttheorie, vgl. Della Rocca 2008.

[2]Der Bewegungsphysiologe Nicolaj Bernstejn, den wir der Troika von Vygotskij, Lurija und Leont'ev als vierten hinzurechnen dürfen, spricht im Kontext einer Physiologie und Biologie der Aktivität aller lebenden Organismen vom Streben nach einem noch mit der Lebenstätigkeit vereinbaren „Maximum an Negentropie“ (Bernstein 1988, 239). Vgl. zu Bernstejn auch Jantzen 1994, 114ff.

[3]Vygotskij bezieht sich hier ersichtlich auf eine Bemerkung Trotzkijs, die von unbekannter Hand aus dem Manuskript gestrichen wurde. Sie bezieht sich auf das Problem der Vereinbarkeit von Freuds Psychoanalyse mit dem Materialismus. Dies, so das Zitat, ist nicht eine Aufgabe für Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel, sondern gehört eher in den Bereich des wissenschaftlich-philosophischen Meilensteins wie „Der Ursprung der Arten“ oder „Das Kapital“. ( Zavershneva & Osipov, 2012, 80)

[4]Ein Beispiel, das Uchtomskij (2004) liefert, wäre das Sexualverhalten von (Haus-)Katzen (Rolligkeit und Katerversammlungen). Während dieser Zeit sind sie gegenüber ihrem sonstigem Verhalten nicht wieder zu erkennen.

[5]Simonov (1982) vergleicht das Verhältnis von Dominante (Uchtomskij) und bedingtem Reflex (Pavlov) mit dem Darwinschen Mechanismus von Mutation und Selektion.

[6]Ich kann auf die von uns seit 1987 hierzu publizierten Überlegungen an dieser Stelle nur verweisen. (Vgl. Jantzen 1987, Kap. 6, 1990 Kap. 7, sowie Jantzen 1994)

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