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Editorial Erfurter Programme

In dem folgenden Themen-Schwerpunkt ist von vielen Programmen die Rede. Ist es die anhaltende kapitalistische Krise, das polit-ökonomische Experimentieren der Herrschenden, die Suche nach Alternativen, die dieses intensive Interesse am Programmatischen erzeugt?

Wie steht es da um den Satz des alten Karl Marx, „jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme“? Man kann ihm wohl schlecht eine Geringschätzung programmatischer Gedanken unterstellen, der mit Friedrich Engels das Kommunistische Manifest und seine berühmten Randglossen zum Gothaer Programm verfasst hat. Umso gewichtiger ist der Hinweis: das Kriterium für die Politik ist die Praxis.

Aber hier geht’s erstmal um die konzeptionelle Entwicklung von Politik. Es war eine vernünftige überlegung, auf das Erfurter Programm von 1891 zurück zu gehen. Mit ihm hatte der Marxismus in der deutschen Sozial demokratie Fuß gefasst -; und es war von vorbildlicher Kürze (weshalb wir es ohne Umstände im Original abdrucken). Vier Vorträge der Tagung „Das Erfurter Programm 1891. Historische Wirkung und aktuelle Bedeutung“ bilden den Grundstock unseres Schwerpunkt. Robert Steigerwald gibt einen überblick über die Entwicklung sozialdemokratischer Programme von Eisenach 1868 bis zu Godesberg 1959; die Vorträge von Eckhard Trümpler über die programmatisachen Grundlagen der SED, von Nina Hager über die programmatische Debatte in der DKP und Klaus Höpcke über die Programmatik der Partei DIE LINKE schlagen den Bogen bis in die Gegenwart. Mit Bedacht war die Linkspartei mit ihrem Programmparteitag zum 120. Jahrestag des Erfurter Programms Ende Oktober diesen Jahres in die thüringische Metropole gegangen. Zu diesem Parteitag haben wir in den Schwerpunkt eine Einschätzung der Kommunistischen Plattform der Linkspartei aus der Feder von Ellen Brombacher und eine Betrachtung unseres Redakteurs Gerd Deumlich, der für die Marxistischen Blätter in Erfurt war, aufgenommen.

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