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Editorial - Der Mensch und seine Natur

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Wir hören schon die Worte: Ihr habt doch erst 2005 ein Heft mit dem Schwerpunkt Mensch und Natur gehabt –, wozu denn jetzt schon wieder eines dazu? Nun dies nicht nur, weil wir tagtäglich erleben, wie in der Welt der „Westlichen Wertegemeinschaft“ Mensch und Natur misshandelt werden. Über Möglichkeiten, sich dem imperialistischen Umgang mit „dem Menschen“ entgegen zu stellen, dazu schreibt Werner Seppmann. Der französische marxistische Philosoph Lucien Séve, den Leserinnen und Lesern unseres Landes insbesondere durch seine Persönlichkeits- Arbeiten bestens bekannt, hat seine Studien weiter geführt; wir veröffentlichen aus seinem jüngsten Buch zum Thema ein uns besonders beeindruckendes Kapitel, das hervorragend ergänzt wird durch Helga Hörz’ Aufsatz zum Thema, wie es sich um das Problem der „Krise des Menschenbilds“ verhält. Renate Wahsner zeigt, wie oft wir uns irren, wenn wir meinen, wir redeten über Natur, und gar nicht wahrnehmen, dass wir nicht diese selbst meinen, sondern von uns zurechtgemachte Realität. Solch falsches Reden ist u. a. wichtig für die Philosophie, aber nicht nur für sie. Zum Neuen gehört: Im Jahre 2005 hatten wir es noch nicht mit dem Transhumanismus zu tun – das ist Nina Hagers Thema. Nietzscheaner hoffen, hier öffne sich der Weg zur Menschenzüchtung, zum Übermenschen – andere befürchten neue Gefahren aus solchen biologisch-medizinischen Möglichkeiten. Die Redensart vom intelligenten Designer hat uns auch erst in neuerer Zeit beglückt, uns aber auch auf die volkstümliche Form des Glaubens an ein solches „Wesen“ wieder aufmerksam gemacht. Dem geht Robert Steigerwald nach. Hans Peter Brenner informiert über Neues auf dem neurophysiologischen Feld, was – nicht nur dort, aber dort eben auch – durchaus von Belang ist für die Widerspiegelungstheorie von Erkenntnis.Weismann-Kieser setzt sich mit Versuchen auseinander, Darwin zu „entschärfen“, ihn zeitgeistig an heutig-modische Formen bürgerlicher Ideologie anzuschließen, ohne jedoch zu leugnen, dass es auch in diese Versuche hineinzuschauen gilt, auch dort kann es partiell Wichtiges geben.

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