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Reale Geschichte als Lehrmeister

eBook - Edition Marxistische Blätter

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783946845294
Sprache: Deutsch
Umfang: 275 S., 1.27 MB
Auflage: 1. Auflage 2018
E-Book
Format: PDF
DRM: Nicht vorhanden

Beschreibung

Wer die beiden größten Niederlagen der europäischen Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert, den Aufstieg des Faschismus zur Staatsmacht und den Niedergang des Sozialismus als Staatsmacht nicht nur vom Hörensagen kennt, sondern selber miterlebt und als Marxist (!) überlebt und verarbeitet hat (inklusive der Verletzungen, die nicht vom Klassengegner stammten), der hat nachwachsenden Generationen von Weltveränderern (m+w) etwas zu sagen. Mehr als die Propagandabücher der vorläufigen »Sieger der Geschichte«. Für Josef (Jupp) Schleifstein gilt das in besonderem Maße. Er gehört in die Reihe der großen Intellektuellen, bedeutenden Marxisten und Geschichtslehrer unseres Landes, das leider so gänzlich und gefährlich anders geworden ist, als es die überlebenden AntifaschistInnen nach der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus am 8. Mai 1945 gemeinsam wollten und planten.Anlässlich seines 100. Geburtstages veröffentlichen wir hier eine Reihe von Artikeln, die er in den 1960er Jahren wegen des KPD-Verbots unter dem Pseudonym Egon Schreiner und nach Konstituierung der DKP 1968 unter seinem »Klarnamen« geschrieben hat, inklusive seines Buches zur »Sozialfaschismus-These«. Vieles in den nachgedruckten Artikeln klingt nicht nur, sondern ist auch heute nach Jahrzehnten noch hochaktuell und brisant. Was weniger am Autor liegt, als an den Grundzügen heutiger Verhältnisse und den nicht gelösten Problemen auch den nicht erledigten Hausaufgaben der Linken insgesamt.

Leseprobe

VorwortWer die beiden größten Niederlagen der europäischen Arbeiterbewegung im 20.Jahrhundert, den Aufstieg des Faschismus zur Staatsmacht und den Niedergang des Sozialismus als Staatsmacht nicht nur vom Hörensagen kennt, sondern selber miterlebt und als Marxist (!) überlebt und verarbeitet hat (inclusive der Verletzungen, die nicht immer vom Klassengegner stammten), der verfügt über wirklich fundierten historischen Optimismus. Und: er hat nachwachsenden Generationen von Weltveränderern (m+w) etwas zu sagen. Mehr als die Propagandabücher der (vorläufigen) »Sieger der Geschichte«.Für Josef (Jupp) Schleifstein gilt das in besonderem Maße. Er gehört in die Reihe der großen Intellektuellen, bedeutenden Marxisten und Geschichtslehrer unseres Landes, das leider so gänzlich und gefährlich anders geworden ist, als es die überlebenden AntifaschistInnen SozialdemokratInnen, KommunistInnen, ChristInnen, parteilose GewerkschafterInnen nach der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus am 8.Mai 1945 gemeinsam wollten und planten.Am 15.März 2015 wäre Josef Schleifstein 100Jahre alt geworden. Seine Beerdigung im Jahre 1992 vereinte unterschiedliche Kräfte und Strömungen der Linken, die sein Lebenswerk, seine Persönlichkeit über Parteigrenzen und Meinungsverschiedenheiten hinweg hoch schätzten. In der Broschüre »Reale Geschichte als Lehrmeister«, 1993 gemeinsam herausgegeben vom Institut für Marxistische Studien und Forschungen (IMSF e.V.) und den Zeitschriften »Marxistische Blätter«, »Sozialismus« und »Z Zeitschrift Marxistische Erneuerung« ist das beeindruckend dokumentiert. (siehe auch http://www.marxistische-blaetter.de) Wie prominente Kommunisten und Mitkämpfer Jupp Schleifstein, sein Wirken und sein Lebenswerk würdigten auch nach seinem Austritt aus der DKP 1990 und ungeachtet dessen kann man im Anhang dieses Buches lesen. Dem ist nichts hinzuzufügen.Wir wollen Jupp Schleifstein lieber selbst zu Wort kommen lassen. Anlässlich seines 100.Geburtstages veröffentlichen wir hier eine Reihe von Artikeln, die er in den 1960er Jahren wegen des KPD-Verbots unter dem Pseudonym Egon Schreiner und nach Konstituierung der DKP 1968 unter seinem »Klarnamen« geschrieben hat. In ihrem Zentrum steht das Anliegen, Grundlagen des Marxismus anschaulich zu vermitteln, geschichtliche Lehren aus der Vergangenheit für die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft nutzbar zu machen und »die Methode deutlich werden zu lassen, mit der Lenin an alle Frage der Entwicklung herantrat: strengste historische Konkretheit und dialektische Elastizität in der Aufnahme der realen Veränderungsprozesse.«Vieles in den nachgedruckten Artikeln klingt nicht nur, sondern ist auch heute nach Jahrzehnten noch hochaktuell und brisant. Was weniger am Autor liegt, als an den Grundzügen heutiger Verhältnisse und den nicht gelösten Problemen auch den nicht erledigten Hausaufgaben der Linken insgesamt.»Kann und darf man von der Aktualität geschichtlicher Ereignisse und der Lehren aus diesen Ereignissen sprechen, die so weit zurückliegen?«, fragt Jupp Schleifstein einleitend in seinem Artikel über die Novemberrevolution 1918 und antwortet nicht nur auf dieses konkrete Ereignis bezogen: »Natürlich nicht im Sinne einer mechanischen Analogie, eines schematischen Vergleichs der ökonomisch-politischen Situation und der Klassenkräfte sowie der Aufgaben und Lösungswege, die stets eine konkrete Antwort auf konkrete geschichtliche Fragen verlangen. Aber in einem tieferen, grundlegenderen Sinne vermitteln bedeutende historische Ereignisse, besonders wenn sie einen wesentlichen Einschnitt und Knotenpunkt in der Entwicklung eines Volkes bilden, ohne Zweifel auch nach Jahrzehnten noch wichtige Lehren. Das gilt vor allem dann, wenn die damals auf die Tagesordnung gesetzten Probleme ungelöst geblieben sind, wenn es im prinzipiellen Sinne und im großen geschichtlichen Maßstab noch immer um die gleichen Ziele geht«Zwei dieser auf die Tagesordnung gesetzten, ganz zentralen, aber noch ungelöst gebliebenen Probleme, auf die Jupp Schleifstein in seinen Artikeln immer wieder zurückkommt, möchten wir auch aus Anlass des 70.Jahrestages der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus an dieser Stelle besonders hervorheben: die Aktionseinheit der real gespaltenen Arbeiterklasse und den Zusammenhang des demokratischen und des sozialistischen Kampfes. Was beides betrifft, lehrt uns die reale Geschichte der letzten 70Jahre ausgehend von den konkreten Erfahrungen des antifaschistischen Widerstandskampfes und der aktuelle Zustand des kapitalistischen Weltsystems auf den Punkt gebracht: ohne den bis an die Grenzen des Kapitalismus geführten vereinigten Kampf der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten um wirkliche Demokratie in den innerstaatlichen wie in den zwischenstaatlichen Verhältnissen wird jedweder Übergang zum Sozialismus ferne Zukunftsmusik bleiben. Und kein zukünftiger Sozialismus wird ohne konsequent weitergetriebene Demokratisierung aller gesellschaftlichen Beziehungen auf der Grundlage der neuen Macht- und Eigentumsverhältnisse überlebensfähig sein, geschweige denn noch fernere Übergänge zum Kommunismus ausfindig machen.»In der tiefen Krise sozialistischer Praxis und sozialistischer Ideen, die wir durchleben, ist die kritische Überprüfung auch der theoretischen Grundlagen und historischen Voraussetzungen unabdingbar«, schreibt Jupp Schleifstein 1990 in »Lenins Auffassung der Parteiorganisation«, einem seiner letzten Artikel für die Marxistischen Blätter. »Das gilt selbstverständlich auch für alles, was Marx und Engels, Lenin, Luxemburg und Gramsci, aber auch ihre bedeutenden Mitstreiter und Schüler geschrieben haben. Der Prozess marxistischer Erneuerung darf sich selbst keine Grenzen, Schranken und Stoppschilder setzen, die einer gründlichen Aufarbeitung der eigenen Geschichte und der allseitigen Überprüfung bisheriger Theorie an den Erfahrungen und an der heutigen Wirklichkeit im Wege stehen würden. Rationales Umdenken ist aber selbst an historische Voraussetzungen gebunden. Es macht keinen Sinn, die Begründer des Marxismus oder generell frühere Marxisten für das verantwortlich zu machen, was die lebenden Generationen getan oder unterlassen haben; was sie an Dogmatisierung, Verflachung, Einengung, Realitätsverlust geduldet oder sich selbst geleistet haben. Niemand unter den bedeutenden Marxisten der Vergangenheit hat die eigenen Auffassungen anders gesehen als historisch bedingt und historisch begrenzt. Niemand unter ihnen hat den nachfolgenden Generationen untersagt, weiterzudenken und weiterzugehen. Ganz im Gegenteil, sie haben es mit Bestimmtheit erwartet.«In diesem Sinne empfehlen wir lebenden und nachfolgenden Generationen ganz gleich in welcher Partei sie sich organisiert haben oder organisieren werden, heutigen und zukünftigen KommunistInnen aber ganz besonders die Artikel von Jupp Schleifstein als Pflichtlektüre und Anregung zum Weiterdenken und Weitergehen.Lothar Geisler

Inhalt

Lothar Geisler: VorwortEgon Schreiner: Zur sozialen Funktion einigerSchlagworte: TotalitarismusEgon Schreiner: Zur sozialen Funktion einiger Schlagworte: PluralismusEgon Schreiner: Der neue (alte) NationalismusEgon Schreiner: Der Ursprung des Kalten KriegesEgon Schreiner: Arbeiterbewegung und NationEgon Schreiner: Die Oktoberrevolution und ihr Echo in der deutschen Arbeiterbewegung 1917/18Josef Schleifstein: Zu einigen Grundfragen des Klassenkampfes inder BundesrepublikJosef Schleifstein: Bemerkungen zum Zusammenhang des demokratischen und des sozialistischen KampfesJosef Schleifstein: Zur Integrationsstrategie desMonopolkapitalsJosef Schleifstein: 125Jahre Kommunistisches ManifestJosef Schleifstein: Aktionseinheit GegenmachtzurMonopolmachtJosef Schleifstein: Geschichtliche Lehren derNovemberrevolution 1918Josef Schleifstein: Der Marxismus über Wesen undRolledesStaatesJosef Schleifstein: Die »Sozialfaschismus«-TheseJosef Schleifstein: Legenden um den Untergang derWeimarerRepublikJosef Schleifstein: Die deutsche Arbeiterbewegung 1933Gespräch von Robert Steigerwald mit Jupp Schleifstein: über die Ursachen der Krise in der DDR Realitätsverlust, Selbstherrlichkeit, MangelanDemokratieAntworten Jupp Schleifsteins auf schriftliche Fragen unsererRedaktionZur Geschichte und Perspektive der DDRJosef Schleifstein: Lenins Auffassung der ParteiorganisationAnhang: »Über Jupp Schleifstein«Kurt Bachmann: Ein bedeutender MarxistPeter Gingold: Der antifaschistische WiderstandskämpferFritz Rische: Wegzeichen für die ZukunftRobert Steigerwald: Zusammenarbeit in der KPD-ParteiführungWilli Gerns: Zwei Jahrzehnte in der DKPGünter Judick: Vom Versuch, Parteigeschichte zu schreibenGeorg Fülberth: Bibliographische Notiz

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