Engels 200 (Paperback)

ISBN/EAN: 9783961700371
Sprache: Deutsch
Umfang: 160
Einband: Paperback
9,50 €
(inkl. MwSt.)
Sofort Lieferbar
In den Warenkorb
Editorial „Knowing everything to halves“, alles halb zu wissen, war Engels’ Antwort auf die Frage von Marx’ Tochter Jenny nach seiner Haupteigenschaft, als sie ihm 1868 ihr Confession book mit der Bitte um seine Eintragungen vorlegte. Das war damals ein beliebtes Gesellschaftsspiel (ähnliche Fragebogen liegen von Karl Marx – der dieselbe Frage übrigens mit „Zielstrebigkeit“ beantwortete – und von Jenny selbst vor), und es wäre fatal, Engels’ Eintrag allzu ernst zu nehmen – zumal er die Frage nach seiner Lieblingsbeschäftigung mit „Necken und geneckt werden“ beantwortete. Aber wie meist im Scherz steckte darin ein Körnchen Wahrheit: vor allem wenn wir beachten, dass Engels a l l e s halb zu wissen angab. Ohne „nur“! Und dieses „Alles“ hat es in sich. Es durfte kaum einen zweiten Revolutionär geben, auch Marx nicht!, der sich auf so vielen Gebieten mit, und sei’s drum: „halbem“, Wissen bewegt hat. Schon die bloße Nennung der Themen, die fehlen, zu denen Engels aber Wesentliches publiziert und Eigenes zum Marxismus beigetragen hat (!), würde den Rahmen dieses Editorials sprengen. Deshalb nur wenige Bemerkungen zu unserer Auswahl. Manfred Sohns Beitrag war uns schon deshalb wichtig, weil er auf die Kontinuität des Engels’schen Denkens bei Lenin eingeht, der, wie Engels selbst, so manchem angeblichen Marx-Freund ein Dorn im akademischen Auge ist. Mit Kai Köhlers Aufsatz über den „General“ wird der Militärtheoretiker Engels im deutsch- und wahrscheinlich auch englischsprachigen Raum wohl zum ersten Mal seit über 30 Jahren wieder vorgestellt. Es folgen vier Beiträge von John Bellamy Foster, Nina Hager, Elmar Witzgall und Eva Niemeyer, die, direkt oder indirekt, den Autor des „Anti-Dühring“ bzw. der unvollendet gebliebenen „Dialektik der Natur“ und deren Bedeutung für das Verständnis der heutigen Probleme im Mensch-Natur-Verhältnis würdigen. Engels’ grandiose Studie zur „Lage der Arbeiterklasse in England“, die Jürgen Pelzer, aber unter dem Aspekt der irischen Emigranten, auch Priscilla Metscher (selbst eine gebürtige Irin) behandeln, werden viele unserer Leser*innen kennen (siehe auch Holger Wendt in unserem Sonderheft „Zur Lage der arbeitenden Klasse in der (Corona-)Krise“); aber wissen sie auch, dass erst Engels’ „Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie“ Marx zu seiner dann lebenslangen Beschäftigung mit ökonomischen Fragen angeregt haben? Wir beschließen den Schwerpunkt mit zwei Aufsätzen von Gerd Callesen/ Georg Fülberth sowie dem Mitherausgeber unserer Zeitschrift Achim Bigus, die sich von quasi entgegengesetzten Polen Engels nähern: dem der Wissenschaftler, die an der Herausgabe von MEGA-Banden mitarbeiten, und dem eines lesenden Arbeiters und kämpferischen Gewerkschafters.  Noch einmal: Ganz viel Wichtiges fehlt. Darunter eine Arbeit von Vladimiro Giacché zu Engels’ Sozialismusvorstellungen. Sie wird im nächsten Heft der Marxistischen Blatter zu lesen sein, in dem wir uns u.?a. mit Entwicklungsbedingungen und -problemen des heutigen Sozialismus z.?B. in China, Vietnam und Cuba befassen.
Marxistische Blätter 5_2020 Aktuelles Der einzige wahre Bruch ist der mit dem Markt, Jo Cottenier (Partei der Arbeit Belgiens) Die Fleischindustrie – Ein Brennglas-Effekt auf Probleme der kapitalistischen Produktionsweise, Christin Bernhold Tarifkampf im ÖPNV – bundesweit synchronisiert, Amalia Drei US-Abkommen mit den Taliban als strategisches Kalkül, Matin Baraki Dimensionen deutscher Aufrüstung, Lühr Henken Europäische Linke fordert mehr Geld für Rüstung, Andreas Wehr Thema: ENGELS 200 Engels, Lenin, der Staat und die Kommune, Manfred Sohn Friedrich Engels als Militärtheoretiker, Kai Köhler Die Rückkehr von Engels, John Bellamy Foster Zu Friedrichs Engels’ Auffassung vom Verhältnis von Mensch und Natur, Nina Hager Friedrich Engels und die Arbeitswissenschaft, Elmar Witzgall Künstliche Intelligenz: Zur Dialektik des Mensch-Maschine-Verhältnisses, Eva Niemeyer In the Belly of the Beast. Zur Publizistik des jungen Friedrich Engels (1842–1845), Jürgen Pelzer Engels, die Iren und Irland, Priscilla Metscher Zur Korrespondenz des späten Friedrich Engels, Gerd Callesen/ Georg Fülberth Begegnungen mit Engels, Achim Bigus Positionen Corona, Marx und Malthus, Helmut Knolle Zum Buch von Susan Neiman »Von den Deutschen lernen«, Richard Sorg Was Harriet Tubman mit Black Lives Matter zu tun hat, Eva Petermann Dokumentation Ein Programm zur Bekämpfung der Krise, Nationalrat der PCF – 12. Juni 2020 Rezensionen M. Kratke (Hrsg.): Friedrich Engels oder: Wie ein Cotton-Lord den Marxismus erfand (Holger Wendt) Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Nr. 122 (Raimund Ernst) Reiner Rhefus: Friedrich Engels in Wuppertal (Holger Wendt) Allan Merson: Kommunistischer Widerstand in Nazideutschland (Manfred Weißbecker) J. Franke, A. Kreft und S. Bahnsen (Hrsg.): Von Casablanca nach Karlshorst (Ulrich Schneider) Philipp Kufferath/ Jurgen Mittag: Geschichte der Arbeiterwohlfahrt (Rainer Venzke) Liam O Ruairc: Nordirland zwischen Krieg und Frieden (Christian Sprenger) Stahl/Kock/Palm/Solty (Hrsg.): Literatur in der Neuen Klassengesellschaft (Michael Henkes)