0

Geschichte erkennen

Mit Beilage von Tony Wood: Die Matrix des Ukraine-Krieges

12,50 €
(inkl. MwSt.)

Sofort Lieferbar

In den Warenkorb
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783961700554
Sprache: Deutsch
Umfang: 132
Einband: Paperback

Beschreibung

Diese Ausgabe widmen wir zwei großen (Geschichts-)Lehrern der kommunistischen Bewegung: Jupp Schleifstein und Eric Hobsbawm. Der eine ist im Juli vor 30 Jahren gestorben, der andere im Oktober 2012. Für beide gilt: Ihr Lebenswerk lebt weiter, hilft uns Vergangenes besser zu verstehen, um die Kämpfe für eine bessere Zukunft besser zu meistern. Auch in unübersichtlichen, hochdynamischen „Zeitenwenden“.

Inhaltlich steht im Zentrum dieser Ausgabe dabei weniger die Geschichte, sondern unser marxistisches Grundverständnis von ihr sowie der funktionalisierte Umgang mit ihr in Wissenschaft und Politik. Schon in der Beilage der letzten Ausgabe war Joachim Hösler am Beispiel Russlands der konkreten Frage nachgegangen, wie das Verbot der zivilgesellschaftlichen Organisation „Memorial“ mit dem Kriegseinsatz der Russländischen Föderation in der Ukraine zusammenhängt.

Als Einstieg in den Schwerpunkt erinnern wir an einen Beitrag des bekannten DDR-Historikers und Schleifstein-Freundes Ernst Engelberg zur Frage „Was ist historisches Erkennen?“ Darin behandelt er -auch für Laien verständlich- Grundfragen marxistischer Geschichtswissenschaft an lebensnahen Beispielen. Raimund Ernst schreibt über „Geschichtsschreibung als Fortsetzung der Klassenkämpfe mit anderen Mitteln“. Domenico Losurdo geht in seinem posthum veröffentlichten neuen PapyRossa-Buch der „Idee einer Welt ohne Krieg an fünf Wendepunkten der zeitgenössischen Geschichte“ auf den Grund. Wir bringen eine Leseprobe mit freundlicher Genehmigung des Verlages. Ulrich Schneider belegt in seinem Beitrag über Geschichtspolitik in der „Zeitenwende“ an aktuellen Beispielen, wie reale Geschichte heute in Wissenschaft und Publizistik uminterpretiert wird und zur Legitimations“wissenschaft“ verkommt. Hans-Peter Brenner steuert mit „Umstrittene Normative in der Geschichtsschreibung“ einen Text bei, der wegen einiger zentraler Thesen – insbesondere der Wertung des russischen Kriegseinsatzes in der Ukraine -schon im Vorfeld rege Diskussionen im Kreis der Herausgeber:innen ausgelöst hat. Er ist damit als persönlicher Diskussionsbeitrag im eigentlichen Sinne des Wortes zu verstehen. Werner Ruf argumentiert in seinem Beitrag über die diesjährige Documenta in Kassel, warum hinter der Skandalisierung eines „antisemitischen“ Wimmelbildes aus Indonesien mehr steckt als kritische Kunst-Betrachtung. Den Abschluss des Schwerpunktes macht Florian Grams mit seinem Beitrag zum 10. Todestag von Eric Hobsbawm, der -wie Jupp Schleifstein - die „Reale Geschichte als Lehrmeister“ sah und der -wie wenige andere marxistische Historiker- in seinen Werken auch an einer Sprache arbeitete, „die Begrifflichkeit und Anschaulichkeit, Wissenschaftlichkeit und Wirksamkeit miteinander verbindet“, ganz so wie Ernst Engelberg in seinem Eingangsbeitrag fordert.

 

Auch diesmal veröffentlichen wir wieder Rezensionen, die mit dem Schwerpunkt korrespondieren und in der Rubrik „Dokumentation“ eine auch dazu gehörende Erklärung der internationalen Föderation der Widerstandskämpfer F.I.R. gegen jüngste Angriffe in verschiedenen europäischen Ländern auf Denkmäler der sowjetischen Befreier von Krieg und Faschismus./ LoG

Inhalt

Gastkommentar
Tarifvertrag Entlastung nach 77 Tagen Streik, Nora Hachenburg
 Aktuelles
Aufklärung statt Kriegspropaganda, Bernhard Trautvetter
Die Linksfraktion, der Frieden und die Kommunalpolitik, Dr. Artur Pech
Rollenwechsel beim SACP-Parteitag, Fritz Pasemann-Senkel
BlackRock’s Aktienrente – kein Ausweg aus der Rentenarmut, Werner Rügemer
Friedrich Wolff – ein Jahrhundertzeuge, Ralph Dobrawa
 Thema: Geschichte erkennen
Was ist historisches Erkennen?, Ernst Engelberg
Geschichtsschreibung als Fortsetzung der Klassenkämpfe mit anderen Mitteln, Raimund Ernst
Die Idee einer Welt ohne Krieg an fünf Wendepunkten der zeigenössischen Geschichte, Domenico Losurdo
Geschichtspolitik in der »Zeitenwende«, Ulrich Schneider
Umstrittene Normative der Geschichtsschreibung, Hans-Peter Brenner
»Antisemitismus« auf der documenta fifteen, Werner Ruf
»Von selbst wird die Welt nicht besser« - Zum 10. Todestag von Eric Hobsbawm, Florian Grams
Dokumentation
In Sorge über Angriffe auf Denkmäler der sowjetischen Befreier in Europa
Stellungnahme der F.I.R
Wider die NATO – Das ist der mögliche und notwendige gemeinsame Nenner!
Erklärung des Bundeskoordinierungsrates der Kommunistischen Plattform
Nachbemerkung, Ellen Brombacher
Positionen
China, die Systemfrage und die westliche Linke in einer politischen Falle, Beat Schneider
Lob des Realismus - Nachdenken über den Bildhauer Clemens M. Strugalla, Peter Michel
Das neue Verständnis vom Menschen, Wolfgang Trunk
Rezensionen
Yuval Noah Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit (Ulrich Schneider)
Alex Hochuli/George Haare/Philip Cunliffe, Das Ende des Endes der Geschichte,
Post-Politik, Anti-Politik und der Zerfall der liberalen Demokratie (Ulrich Schneider)
Marc Meißner: Greif zur Feder, Chemiearbeiter! Eine empirisch-historische Fallanalyse zum künstlerisch-kulturellen Zirkelwesen im VEB Chemiekombinat
Bitterfeld (Rüdiger Bernhardt)
Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien (Cristina Fischer)
Benjamin Derin/Tobias Singelnstein, Die Polizei – Helfer, Gegner, Staatsgewalt.
Inspektion einer mächtigen Institution (Volkmar Schöneburg)
Aijaz Ahmad, Klassen Nationen Literaturen. Eine theoretische Betrachtung (Constanze Kraft)